Eine
nachhaltige Gesellschaft deckt ihre heutigen Bedürfnisse ohne
die
Möglichkeiten künftiger Generationen zu
schmälern. Das
Denken und Handeln in Deutschland und in vielen Teilen der
industrialisierten Welt entsprechen bei weitem nicht diesem Leitbild.
Diese Gesellschaften leben auf Kosten ihrer Nachkommen. Am deutlichsten
zeigt sich dieses Verhalten an den anthropogenen CO2-Emissionen. Die
Verbrennung fossiler Energien ist nach wie vor für den
größten Teil des Kohlendioxid-Ausstoßes
verantwortlich. Drastische Klimaänderungen sind die Folge. Die
Reduktion dieser Emissionen erachtet das Intergovernmental Panel on
Climate Change (IPCC) und viele weitere Wissenschaftler und Politiker
weltweit als die vordringlichste Aufgabe auf dem Weg zu einer
nachhaltigen Gesellschaft. Desweiteren eröffnet sich vor dem
Hintergrund zur Neige gehender fossiler Energien das Problemfeld der
zukünftigen Energieversorgung. Der heutige Umgang mit Energie
basiert auf einem Gerüst, das zu Zeiten der unbegrenzt und
billig
verfügbaren Energie entstand und nun zunehmend ins Wanken
gerät. Maßnahmen zur Reduktion des
Energieverbrauches sind
somit besonders in denjenigen Sektoren sinnvoll anzusiedeln, welche
sowohl einen hohen Energieverbrauch als auch hohe Einsparpotentiale
aufweisen.
Abgesehen von den hohen Verlusten bei der Energieerzeugung und
-gewinnung, benötigt der Haushaltssektor noch vor Industrie,
Verkehr und GHD (Gewerbe, Handel, Dienstleistung) mit 29
% den größten Teil der Endenergie. Alleine 75 %
dieser
Energie wird zur Bereitstellung der Raumwärme in
Wohngebäuden
verwendet. Es ist aber nicht nur die große Energiemenge, die
diesen Sektor für den Klimaschutz so bedeutend und interessant
macht. Der Wohngebäudesektor birgt überdies sehr hohe Potentiale zur
Reduktion des
Energieverbrauchs, welche sowohl aus technischer als auch aus
ökonomischer Sicht effizient umsetzbar sind. Infolge der meist hohen
Lebensdauer von Bauwerken haben einmal getroffene Entscheidungen
und Maßnahmen eine langfristige Wirkung, sodass hier unter
dem
Aspekt einer „lost opportunity“ ein besonderer
Handlungsbedarf besteht. Hinzu kommt, dass die prognostizierte
zeitliche Reichweite nicht erneuerbarer Energieträger wie
Erdgas
und Erdöl dabei geringer ist, als die zu erwartende
Lebensdauer
vieler Gebäude.
Vor dem globalen Hintergrund der Klima- und
Ressourcenverknappungsproblematik stellt sich die Frage, welche lokalen
Handlungsoptionen bestehen und wie diese umgesetzt werden
können.
Ob und inwiefern der Gebäudebestand der Stadt Freiburg einen
Beitrag zur Lösung dieser Problematik leisten kann, soll in
dieser
Arbeit unter Beantwortung der folgenden Fragen geklärt werden:
1. Welche charakteristischen Merkmale weist der Freiburger
Gebäudebestand auf?
2. Wie viel Heizwärme benötigt Freiburg auf Grund
dieser typischen Gebäudestruktur?
3. Welchen Beitrag kann der Freiburger Gebäudebestand durch
Ausschöpfung der Energieund
CO2-Einsparpotentiale zum Klimaschutz leisten?
Bevor die Klärung dieser Fragen in Angriff genommen wird,
werden
einleitend zunächst die Ursachen und Folgen des Klimawandels
dargestellt, gefolgt von den Zielen und Rahmenbedingungen, welche die
Politik zum Schutz es Klimas geschaffen hat. Im darauf folgenden
Kapitel wird dargestellt, welche Bedeutung der Gebäudesektor
auf
Grund seines Energiebedarfs und seiner immensen sowohl baulichen, als
auch technischen Potentiale zur Reduktion des Energiebedarfs birgt. Im
methodischen Teil werden die Vorgehensweise und die nötigen
Berechnungsschritte zur Analyse des Freiburger
Gebäudebestandes,
dessen Heizwärmebedarf im
unsanierten und sanierten Zustand, sowie die Einsparpotentiale
hinsichtlich des Wärmebedarfes
und der Kohlendioxidemissionen ausführlich beschrieben (Kap.
5). In Kapitel 6 folgt die Darstellung
der Ergebnisse, welche im abschließenden Kapitel 7 bewertet
und diskutiert werden.
| Prinzip
Nachhaltigkeit
künftiger
Energieverbrauch
Energieverbrauchs-
sektoren
Bedeutung
der Wohngebäude
Forschungs-
gegenstand |